Nachrichten

06.04.2023 , Nachrichten

Tag der offenen Tür am Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik IAP

Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) öffnet seine Türen und lädt Sie ein, seine Arbeit und Forschung kennen zu lernen. Wie forschen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und wie erweitern unsere Studien das Wissen über die Erdatmosphäre? Unser Programm bietet einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit des Instituts mit Informationsständen und Erklärungen zu Radar, Lidar, Modellen und Höhenforschungsraketen, Kinderprogramm mit Quizwettbewerb, geführten Experimenten und Wetterballonstart. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

04.04.2023 , Nachrichten

Am 4. April 2023 besuchte Prof. Dr. Martina Brockmeier, die Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft, das IAP

Am 4. April 2023 besuchte Prof. Dr. Martina Brockmeier, die Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft, das IAP. Während ihres Besuchs tauschte sie sich in verschiedenen Sitzungen mit den  Mitarbeitenden des IAP aus. In ihrer Rede gratulierte sie dem IAP zur "exzellenten" Bewertung im vergangenen Monat. Es wurden verschiedene Themen wie interdisziplinäre Vernetzung, internationale Kooperationen, Möglichkeiten und Plattformen für Nachwuchswissenschaftler diskutiert. Das IAP bedankt sich bei Prof. Dr. Martina Brockmeier für ihren Besuch und die wertvollen Gespräche mit dem Team. Auf dem Bild: Martina Brockmeier (vorne rechts), Claudia Stolle (vorne links), Caren Schmidt, Jorge L. Chau, Gerd Baumgarten (mittlere Reihe von links nach rechts), Felix Kießling (hinten links) und Holger Wandsleb (hinten rechts).

24.03.2023 , Nachrichten

Das IAP wurde erfolgreich evaluiert!

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat in seiner Sitzung am 21. März 2023 Bund und Ländern empfohlen, die Förderung des IAP als Einrichtung der Forschung und der wissenschaftlichen Infrastruktur fortzusetzen. Diese Empfehlung folgte der Evaluierung des IAP durch eine unabhängige Bewertungsgruppe im Mai 2022, welche mit ausgezeichneten Ergebnissen abschloss. Der Bewertungsbericht stellte fest, dass sich das IAP der Erforschung der Mesosphäre und unteren Thermosphäre (MLT: mesosphere / lower thermosphere) sowie angrenzender atmosphärischer Schichten widme. Die experimentellen und theoretischen Untersuchungen von Veränderungen und Kopplungen dieser Schichten, die 50 bis 200 km über der Erdoberfläche liegen, wurden im Rahmen eines überzeugenden Gesamtkonzepts erbracht. Die Leistungen der drei Abteilungen Optische Sondierungen und Höhenforschungsraketen, Radarsondierungen und Modellierung atmosphärischer Prozesse wurden jeweils als „exzellent“ bewertet. Das IAP erarbeite regelmäßig hervorragende Forschungsergebnisse, z. B. zur Ausbreitung von Schwerewellen oder zur Struktur nachtleuchtender Wolken. Zudem leiste das IAP Pionierarbeit im Design, der Konstruktion und dem Betrieb von stationären und mobilen Beobachtungsinstrumenten, insbesondere Radar- und Lidarsystemen. Mit seinen Messinstrumenten erhebe das Institut Daten von hohem wissenschaftlichem Interesse. Von besonders hoher Bedeutung seien die langjährigen Arbeiten an globalen Zirkulationsmodellen. Die strategischen Planungen für die Zukunft seien überzeugend. Das IAP plant, künftig verstärkt Schichten einzubeziehen, die an die MLT angrenzen. Die vollständigen Senatsstellungnahmen sind auf den Internetseiten der Leibniz-Gemeinschaft zu finden: : https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/evaluierung/das-evaluierungsverfahren-der-leibniz-gemeinschaft/senatsstellungnahmen Die Direktorin des IAP, Prof. Claudia Stolle, äußerte sich zu dieser erfolgreichen Evaluierung: „Das sind natürlich ganz hervorragende Ergebnisse, über die wir uns besonders freuen. Sie reflektieren die ausgezeichnete Arbeit des Instituts in der Erforschung der mittleren und hohen Atmosphäre im nationalen und internationalen Verbund. Sie geben auch das Vertrauen in das Institut wieder, in den folgenden Jahren weiter erfolgreich Ergebnisse zu erzielen. Ich bedanke mich ganz besonders bei allen Mitarbeitenden des IAP und bei unseren Kooperationspartnern für die konstruktive und belebende Zusammenarbeit. In den nächsten Jahren wollen wir diesen Erfolg fortsetzen und uns den an uns adressierten Herausforderungen stellen.“   

06.01.2023 , Nachrichten

Der Himmel ist nicht die Grenze – Erfolgreicher Antritt an der Uni Rostock

Am 5. Januar hat IAP-Direktorin Prof. Dr. Claudia Stolle an der Universität Rostock ihre Antrittsvorlesung gehalten. Unter dem Titel „Wie hoch reicht die Atmosphäre“ zeigte sie anschaulich, was die Forschung an der Grenze des Weltraums so besonders macht. Sie erläuterte die Arbeitsweise des Instituts, stellte die einzelnen Abteilungen vor und erklärte, mit welchen Methoden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Kühlungsborn den schwer zugänglichen Bereich zwischen 50 und 150 Kilometern Höhe ergründen. Dabei ging sie auch auf die Kopplungsprozesse zwischen den einzelnen Atmosphärenschichten und den Einfluss des Erd- sowie des Weltraumwetters ein. Das gemischte Publikum – Studierende, Forschende, Mitarbeitende und weitere Interessierte – lauschte gespannt den Ausführungen der Direktorin. Können wir in der Atmosphäre Hinweise auf den Klimawandel finden? Was sind Schwerewellen und welche Bedeutung haben sie? Welche Probleme bringen Satellitenmissionen mit sich? – Von den Teilnehmenden kamen interessierte Nachfragen, für die sich die Expertin ausreichend Zeit nahm. Im Anschluss waren die Besucherinnen und Besucher zu einem Empfang geladen. Ein großer Dank gilt allen Beteiligten! Die Antrittsvorlesung war Teil des Masterstudiengangs Physik in der Vertiefungsrichtung „Physik des Ozeans, der Atmosphäre und des Weltraums“ an der Universität Rostock. Die Reihe wird vom IAP in Zusammenarbeit mit dem Institut für Physik, dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde und dem Institut für Solarterrestische Physik des DLR in Neustrelitz umgesetzt.

04.01.2023 , Nachrichten

Kühlungsborner Atmosphärenforscher planen Raketenstart

Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik startet mit voller Kraft ins neue Jahr: Gleich zwei Projekte konnten die Forschenden der Abteilung Optische Sondierung an Land ziehen. Unter dem Kürzel DEFINE („Density Field in the MLT“) bereitet das Kühlungsborner Institut in Kooperation mit Partnern aus Norwegen und Schweden in den kommenden Monaten einen Raketenstart vor. Ziel ist es, Parameter in der Mesosphäre und der unteren Thermosphäre zu messen und Aussagen zur Strahlungsbilanz zu treffen. Die Rakete soll im Jahr 2025 aus dem norwegischen Andøya starten. Das Projekt wird mit 3 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Greifswald arbeitet das Institut zudem an einer neuartigen Lidar-Methode, um Staubpartikel von Meteoren in der mittleren Atmosphäre zu beobachten. Dafür stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft dem Kühlungsborner Institut 300.000 Euro bereit. Starttermin für dieses Forschungsprojekt ist im Juni 2023.

02.01.2023 , Nachrichten

Neuer Laser eingetroffen

Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik hat einen neuen Laser: Das Gerät "InnoLas Spitlight EVO IV" von der Firma InnoLas Laser GmbH ist im Dezember am Institut eingetroffen. Deutlich kleiner als der aktuelle Laser, hat er rund dreimal so viel Leistung und verbraucht gleichzeitig weniger Strom. Damit wird eine deutlich bessere spektrale Qualität erreicht. Mittelfristig soll mit dem Laser der Vertikalwind in Schwerewellen in der Mesosphäre gemessen werden. Ab nächstem Frühjahr wird er den etwa 13 Jahre alten Laser ersetzen, der am Tag Temperatur und Leuchtende Nachtwolken misst. Ansprechpartner: Dr. Gerd Baumgarten

02.01.2023 , Nachrichten

Antrittsvorlesung: Wie hoch reicht die Atmosphäre?

Wetterberichte, Klimamodelle oder Raketenstarts – sie alle benötigen präzise Daten aus der Atmosphäre. Die Erforschung der unterschiedlichen Atmosphärenschichten gewinnt daher mehr und mehr an Bedeutung. Doch wie hoch reicht die Atmosphäre eigentlich? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigt sich die Direktorin des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik, Prof. Dr. Claudia Stolle. Am 5. Januar hält sie an der Universität Rostock ihre Antrittsvorlesung und erklärt anschaulich, was die Forschung an der Grenze zum Weltraum besonders macht. So entwickelt die mittlere und hohe Atmosphäre beispielsweise ein eigenes Wetter, das deutliche Auswirkungen auf das Wetter auf der Erde hat – und andersherum. „Gerade in einer Zeit der wachsenden kommerziellen Nutzung des Weltraumes durch Satelliten müssen wir die Verbindung zwischen Atmosphäre und Weltraum besser verstehen lernen“, so die Expertin. Die Vorlesung ist öffentlich und startet um 17 Uhr am Institut für Physik. Die Veranstaltung kann per Zoom verfolgt werden. Termin: 5. Januar ab 17 Uhr, Universität Rostock, Hörsaal 1, Albert-Einstein-Str. 24 Stream über Zoom: Meeting ID: 698 7035 5033, Passcode: 165290

06.12.2022 , Nachrichten

EU-Förderung: Kühlungsborner Forschende entwickeln Mini-Lidar für Einsatz im Schnee

Wie lässt sich die Atmosphäre an den entlegenen Orten der Welt vermessen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Abteilung Optische Sondierung des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) in Kühlungsborn. Die Forschenden beteiligen sich damit an einem internationalen Projekt, das mit Mitteln aus dem Programm Horizon Europe der Europäischen Union gefördert wird. Ein erstes Instrument, das Antworten liefern soll, wird jetzt an der Ostsee gebaut. EULIAA (European Lidar Array for Atmospheric Climate Monitoring) heißt das Programm, bei dem das Institut mitwirkt und mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie in ganz Europa zusammenarbeitet. „Wetterservices haben festgestellt, dass es eine Lücke in der Messkette gibt“, erklärt Dr. Gerd Baumgarten, Wissenschaftler und kommissarischer Abteilungsleiter am IAP. „Im Bereich zwischen zehn und 50 Kilometern Höhe gibt es kaum Daten. Dafür wollen wir eine Lösung finden.“ Unterstützung bekommt das Kühlungsborner Institut aus Aachen: In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik arbeiten die Forschenden an einem neuen Laser, der erstmals in einem kompakten Lidar-Gerät Temperatur und Wind an schwer zugänglichen Orten messen kann. Am Institut in Kühlungsborn messen Laser seit Jahrzehnten rund um die Uhr verschiedene Parameter. Der Nachteil: Sie sind fest installiert und können kaum transportiert werden. „Vom Einsatz in anderen Klimazonen ganz zu schweigen“, sagt Physiker Dr. Josef Höffner, der bereits in der Antarktis geforscht hat. Selbst das kleinste Modell, das schon Einsätze von Spitzergen in der Arktis bis in die Antarktis bestritten hat, wog mehr als 15 Tonnen. „Die neue Lidar-Technik ist deutlich kleiner und mit 500 Kilogramm ein Leichtgewicht.“ Trotzdem kann sie Schneestürmen standhalten. Dafür ist der Laser gut geschützt im System verbaut. Von dort aus misst er sowohl senkrecht als auch schräg, an Tag und Nacht. „Jedes Wetter ist uns recht“, so Höffner. „Nur durch dichte Wolken kommen wir nicht hindurch.“ Um aussagekräftige Messdaten zu erfassen, vernetzt sich das Institut international. So sollen die kompakten Laser unter anderem in Norwegen und Frankreich eingesetzt werden. Auf den Kanaren messen sie in 3.000, in der Schweiz in 3.400 Metern Höhe. Die Daten werden am Ende so aufbereitet, dass Wetterdienste sie nutzen können. Aktuell befindet sich das Gerät in der Testphase. Wissenschaftler Gerd Baumgarten blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir planen, langfristig bis zu 100 dieser Lidare in Europa zu verteilen. Das würde uns dabei helfen, den Klimawandel in empfindlichen Regionen der Erdatmosphäre zu untersuchen und handfeste Erkenntnisse zu liefern.“ Das Projekt wird mit insgesamt 3,5 Millionen Euro gefördert und ist zunächst auf vier Jahre angelegt.

29.11.2022 , Nachrichten

Konferenzbericht vom Leibniz-Forschungsnetzwerk „Integrierte Erdsystemforschung“

Untersuchungen des Anthropozäns decken die komplexen und dynamischen Wechselwirkungen zwischen der gesellschaftlichen Welt und dem Erdsystem immer weiter auf. Bei einer internationalen Konferenz haben sich jetzt Forschende aus Natur-, Ingenieur-, Sozial- und Geisteswissenschaften gemeinsam der Frage gestellt, wie diese zunehmenden Wirkungen besser verstanden und in Richtung einer globalen Nachhaltigkeit entwickelt werden können. Welche Auswirkungen hat das Handeln der Menschen auf das Erdsystem? Welche Folgen sind mit diesen Auswirkungen für die Gesellschaft verbunden? Und welche Betroffenheit und Handlungsoptionen für die Politik und jeden Einzelnen ergeben sich daraus? Eine Annäherung an diese Fragen war Gegenstand der ersten Konferenz zum Thema „Integrierte Erdsystemforschung“, die im November vom gleichnamigen Leibniz-Forschungsnetzwerk im Wissenschaftspark „Albert Einstein“ in Potsdam ausgerichtet wurde. Der interdisziplinäre Dialog führte zu weitreichenden Schlussfolgerungen: Generell ist die Wissenschaft mit ihrer begründeten Organisation nach Disziplinen auf die Untersuchung solch großer Fragen nicht ausgelegt. Nicht nur zwischen den Natur- und Ingenieurwissenschaften einerseits und den Sozial- und Geisteswissenschaften andererseits gibt es hierfür bisher noch wenige vertiefende Bezüge. Gemeinsame Rahmenkonzepte, die beispielsweise Simulationsmodelle für das Erdsystem in den Kontext der qualitativen Forschung über gesellschaftliche Entscheidungen und Verhalten stellen, fehlen. Dem dringenden Beratungsbedarf von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bezüglich alternativer Entwicklungspfaden und deren Folgen kann insofern zurzeit nur eingeschränkt entsprochen werden. Die Konferenz hat deshalb grundsätzliche Ansatzpunkte für die zukünftige Forschung abgeleitet. Wichtig sind demnach interdisziplinäre Terminologien und Konzepte für integrierte Analysen von natürlichen und gesellschaftlichen Systemen über etliche räumliche Ebenen und Zeithorizonte hinweg. Zudem sollten weitere Grundlagen für die Ableitung von Zielen wie planetare Grenzen und planetare Gerechtigkeit erarbeitet werden. Für das gesellschaftliche Handeln gilt es schließlich, Kapazitäten und Hebel für gesellschaftliche Transformationen zu identifizieren. Thematisch konkrete Bedarfe für eine Integrierte Erdsystemforschung wurden für den Ozean, den Wasserkreislauf und die Binnengewässer, die Biodiversität, die Bioökonomie, Stadt-Land-Beziehungen, Konflikte, Krisen und Sicherheit sowie Daten und Instrumente diskutiert. Mit Blick auf die parallel stattfindende COP27 wurde deutlich, dass vergleichbare Verhandlungsprozesse dringend auch für das Erdsystem insgesamt anzustreben sind. Das Klima und damit auch Klimaschutz und -anpassung stehen in engem Zusammenhang mit anderen Komponenten des Erdsystems wie beispielsweise der biologischen Vielfalt. Die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit und wachsende Anstrengungen in Bezug auf den Klimawandel belegen, dass international koordinierte und lokal umgesetzte Aktivitäten zur Erhaltung des Erdsystems prinzipiell möglich sind. „Mir ist auf dieser Konferenz erst richtig bewusst geworden, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Klimawandel weit über die Naturwissenschaften hinausgeht“, sagt Dr. Urs Schaefer-Rolffs aus der Abteilung Modellierung atmosphärischer Prozesse am IAP, der an der Veranstaltung teilgenommen hat. „Die Vernetzung mit scheinbar weit entfernten Disziplinen wie Ökonomie oder Archäologie kann sicher einen Beitrag leisten, um die aktuellen Herausforderungen stärker als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen.“ Text: Leibniz-Forschungsnetzwerk „Integrierte Erdsystemforschung“ & IAP Weitere Informationen zur Konferenz gibt es hier. Die Veranstaltung wurde vom Leibniz-Forschungsnetzwerk „Integrierte Erdsystemforschung“ organisiert. Kontakt Forschungsnetzwerk Leibniz-Forschungsnetzwerk ‚Integrierte Erdsystemforschung‘ Dr. Henriette John (Koordinatorin des Forschungsnetzwerks) Kontakt am IAP: Dr. Urs Schaefer-Rolffs, Abteilung Modellierung atmosphärischer Prozesse Prof. Dr. Claudia Stolle, Institutsdirektorin

10.11.2022 , Nachrichten

Neues Gerät soll Mesosphären-Messung über Nordnorwegen verbessern

433 Antennen umfasst ein großes Radarfeld, das das Kühlungsborner Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) in Nordnorwegen betreibt. Von der Insel Andoya aus führt das System MAARSY (Middle Atmosphere Alomar Radar System) vor allem Messungen in der Mesosphäre im Bereich zwischen 50 und 90 Kilometern Höhe durch. Um diese Messungen zu ergänzen, ist jetzt ein großer Laster von den Niederlanden im Norden angekommen. An Board befindet sich ein Container voll hochmoderner Technik: Ein Empfänger samt Antennen mit LOFAR-Technologie, die in der Radioastronomie bewährt ist und von der niederländischen Firma Astrotec Holding hergestellt wird. Ziel des Projekts mit dem Namen MAARSY3D ist es, die Beobachtungen vom bisherigen System zu ergänzen. So misst MAARSY fast ausschließlich in einer monostatischen Konfiguration, um Parameter entlang des Radarstrahls zu messen. Der neue Empfänger soll künftig auf einer benachbarten Insel auch schräge (bistatische) Messungen durchführen können. „Wir werden zusätzlich mit einer vergleichbaren Empfangsanlage in Kilpisjärvi/Finnland (KAIRA, Sodankylä Geophysical Observatory) zusammenarbeiten und wollen mit MAARSY hochaufgelöste 3D-Messungen von Zielen in der Mesosphäre erstellen“, sagt Prof. Dr. Jorge Chau, Leiter der Abteilung Radarsondierungen am IAP. „Das wird auch zur Untersuchung der räumlichen Unregelmäßigkeiten der Atmosphäre und damit der beobachteten Tracer beitragen.“ Das Gerät führt seit dieser Woche bei MAARSY erste Versuche durch. Mitte 2023 kommt es auf die Insel Langoya, etwa 60 Kilometer von Andoya entfernt. Langfristig könnte eine weitere Station das 3D-System vervollständigen.